Kolloquium

Im artop-Kolloquium werden aktuelle Themen aus Ausbildung, Beratung und Forschung in den Bereichen Organisation, Personal und Usability/User Experience vorgestellt und bearbeitet. Mit dieser Veranstaltung wollen wir den Austausch zwischen der Humboldt-Universität zu Berlin, anderen Hochschulen und artop intensivieren.

Termine

Datum Thema

08.02.2017
17:00 Uhr

 

Lesung mit Diskussion: Überleben in der Gleichzeitigkeit - Leadership in der Organisation N.N.

Herbert Schober-Ehmer, Berater, Wien & Frank Schmelzer, artop GmbH

Es gibt nicht mehr die eine Organisation – die Mitglieder finden sich mal in der Hierarchie, mal in Teams, mal in Linie oder in Projekten wieder und sollten dann unterschiedliche Rollen und Anforderungen erfüllen, für Führung eine besondere Herausforderung. Die sgn. VUCA-Welt (Volatil, Uncertain, Complex, Ambigue) erlaubt keinem Unternehmen mehr, nur eine Organisationslogik zu setzen und zu glauben, das wäre sicher die Richtige. Man muss vielmehr die Antwortfähigkeit erhöhen. Dafür stellt das Konzept, die Organisation als „Leerstelle“ zu denken, als Nomen Nominandum – N.N. – ein praktisches Prozess-Design zur Verfügung. Sie eröffnet Möglichkeitsräume, operiert mit unterschiedlichen Perspektiven und der Fähigkeit der Beobachtung. Führung muss nicht schwieriger, im Gegenteil sie kann fröhlicher, gelassener, neugieriger handeln. Wissen und Intuition, ein freier Geist, das Nutzen der Gunst der Stunde, das Balancieren und Jonglieren mit paradoxen Elementen ist die alte/neue Kunst von Leadership.

22.03.2017
17:00 Uhr

Die Zukunft der digitalen Arbeit gestalten

Konrad Klingenburg, IG Metall

Die digitale Transformation von Wirtschaft und Arbeit ist ein Prozess, der gestaltet werden kann. Er birgt Chancen und Risiken zugleich. Der digitale Wandel muss sowohl den Unternehmen als auch den Beschäftigten nutzen. Arbeit verändert sich genauso wie Erwerbsbiografien, Abläufe und Organisationsstrukturen. Mensch und Maschine werden in Zukunft enger zusammenarbeiten. Softwaregetriebene, interdisziplinäre und komplexe Tätigkeiten nehmen zu, durch Technik ersetzbare Tätigkeiten ab. Neue Formen digitalisierter Arbeit ermöglichen kooperatives Handeln in neuen Wertschöpfungsnetzwerken. Die Veränderungen der Arbeit müssen von den Beschäftigten bewältigt und gestaltet werden, die bereits in den Unternehmen tätig sind. Aufbauend auf einer soliden Erstausbildung oder einem grundlegenden Studium wird kontinuierliche Fort- und Weiterbildung, besonders am Arbeitsplatz, daher noch wichtiger als bisher.

05.05.2017
17:00 Uhr

Kann man Beratung studieren?

Prof. Dr. Karin Lackner, Universität Kassel/Universität Klagenfurt

Das Angebot an akademisch verankerten Masterstudiengängen zum den Themen Beratung, insbesondere die Beratungsformate Coaching, Supervision und Organisationsberatung betreffend, nimmt zu. Universitäten, Fachhochschulen treten damit in Konkurrenz zu privaten Weiterbildungsanbietern. Wie ist es möglich innerhalb der akademischen und universitären Rahmenbedingungen ein Fach "Beratung" zu institutionalisieren? Auf welches wissenschaftstheoretische Fundament kann eine Disziplin Beratung zurückgreifen? Wie gestaltet sich Forschung und Lehre in diesem akademischen Neuland? In ihrem Beitrag möchte Prof. Dr. Karin Lackner anhand eines Beispieles (Masterstudiengang MDOb Mehrdimensionale Organisationsberatung) diese Fragen beantworten.

28.06.2017
17:00 Uhr

Kritische Lebensereignisse: Risiko und Chance

 Dr. Annette Brose, Humboldt-Universität zu Berlin

Kritische Lebensereignisse wie der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Trennung von einer Partnerin/einem Partner gehen häufig mit einer Krise einher. Solche Krisen können lange andauern, mit einem erheblichen Verlust an Wohlbefinden einhergehen und sogar den Beginn von psychischen Erkrankungen markieren. Andererseits gibt es Menschen, die scheinbar nichts aus der Bahn wirft oder die gestärkt aus Lebenskrisen herausgehen. Hinter diesen Unterschieden steckt ein komplexes Zusammenwirken von z.B. dem Temperament, frühen Lebenserfahrungen und den Lebensumständen, in denen eine Person mit einem Ereignis konfrontiert ist. Solche Faktoren sind schwer zu beeinflussen, was den Schluss nahelegen könnte, dass jemand wenig Handlungsspielraum in einer Krise hat. Gegen so eine Auffassung spricht allerdings, dass auch unmittelbare Reaktionen auf Ereignisse und trainierbare Haltungen zu Ereignissen (z.B. eine achtsame Haltung) vorhersagen, wie gut man ein kritisches Lebensereignis meistert oder ob man sogar langfristig von der Bewältigung profitiert. Der Vortrag wird die Verschiedenheit beleuchten, wie Personen mit kritischen Lebensereignissen umgehen, und auch darstellen, welche unmittelbaren Verhaltensweisen sich mehr oder weniger positiv auf die Bewältigung auswirken.

27.09.2017
17:00 Uhr

Gruppe und Kontakt -  Wie sich das individuelle Kontaktverhalten auf Einfluss und Vertrauen in Gruppenprozessen auswirkt

Dr. Thomas Bachmann, artop GmbH

Der Einzelne in der Gruppe ist zugleich Mitgestalter und Betroffener der Dynamik eines sozialen Systems. Die Gruppenentwicklung und die Gruppenstruktur werden u.a. durch die Art und Weise determiniert, wie die Gruppenmitglieder miteinander in Kontakt treten und über ihre Kommunikation das soziale System gestalten. Mit dem Kontaktkonzept aus der Gestalttherapie kann das individuelle Kontaktverhalten differenziert beschrieben werden. Im Vortrag wird gezeigt, wie sich die Formen des Kontakts auf den Gruppenprozess und die Rolle des Einzelnen in der Gruppe auswirken. Aus der Sicht von Training, Beratung und Coaching werden Analyse und Interventionsmöglichkeiten vorgestellt, die sich aus dem Verständnis der Kontaktformen ableiten lassen.

08.11.2017
17:00 Uhr

Co-Kreation in Gruppen

Jana Löffler & Kathleen Grieger, artop GmbH

An diesem Termin soll gemeinsam erforscht werden, warum es so schwierig ist, co-kreative Settings in Organisationen zu etablieren. Schöpferische Formen des Miteinanders und kollektiver Intelligenz sind höchst anspruchsvoll und es braucht viel Feingefühl in der Begleitung. Organisationen benötigen solche Formen von Neu- und Umdenken, aber bringen mit dem Bedarf nach Stabilität Eigenheiten mit, die genau das erschweren. Mit den beiden Sichtweisen - was benötigt Kreativität und was brauchen Organisationen - soll an diesem Kolloquiums-Termin in den Dialog gegangen werden. Gemeinsam wird erarbeitet, welche Elemente in Organisationen das Entwickeln kreativer Felder erschweren und was man als Begleiter/in oder Berater/in tun kann oder auch nicht.

 

Das artop-Kolloquium findet statt von 17 Uhr (s.t.) bis 19 Uhr in den Räumen von artop (Christburger Str. 4, 10405 Berlin). Die Teilnahme ist kostenlos. Um vorausschauend planen zu können bitten wir alle Interessentinnen und Interessenten um eine unverbindliche Anmeldung. Anschließend sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Get-Together eingeladen. Wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen wünschen, können Sie sich gerne an uns wenden.

Kontakt

+49 (0)30 44 012 99-60

scholl@artop.de