Inhalte

Im Rahmen der Ausbildung setzen Sie sich mit den Prinzipien der Mediation auseinander und erarbeiten mit den Ausbilderinnen die Rolle und das Selbstverständnis von Mediatorinnen/Mediatoren. Dies wird durch eine fortlaufende und umfassende Reflexion während der gesamten Ausbildung ständig weiter entwickelt. Sie lernen den Ablauf des Mediationsverfahrens kennen und können es in den Kontext eines Unternehmens bzw. einer Organisation einordnen. In Gruppenübungen und Rollenspielen werden spezifische Kommunikationstechniken erarbeitet. Sie ist in sechs Module untergliedert.

Die Ausbildung ist als praxisnahe und vertiefende bzw. berufsbegleitende Weiterbildung konzipiert und vermittelt Ihnen Knowhow und Fertigkeiten für das erfolgreiche eigenständige Durchführen von Mediationen. Dabei werden Ihre vorhandenen Kompetenzen integriert und Ihre Potentiale und Ressourcen schrittweise weiterentwickelt.

Sie gliedert sich in einen Ausbildungs- und einen Praxisteil. Das Absolvieren beider Ausbildungsteile ist notwendig um eine Bescheinigung nach § 2 Abs 6 der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren ausgestellt zu bekommen.

Ausbildungsteil

Der Ausbildungsteil umfasst sechs Module methodischer und inhaltlicher Qualifikation, die als Trainings oder Workshops (Präsenzzeit) konzipiert sind. Diese enthalten:

  • theoretische Anteile, die fachliches Knowhow vermitteln
  • praktische Übungen, die mediationsrelevante Erfahrungen ermöglichen
  • Reflexion des eigenen Verhaltens
  • das Erkennen von Handlungsmöglichkeiten aus der Mediationsperspektive
  • die rechtllichen Grundlagen der Mediation nach dem Mediationsgesetz und der Ausbildungsverordnung

Im Anschluss an die Module werden Sie in Peergroups die Lerninhalte individuell vertiefen. Zielstellung dabei ist, die bereits erlernten Inhalte und Kompetenzen zeitnah zu nutzen und auf eigene Erfahrungen zu übertragen.

Praxisteil

Im Praxisteil führen Sie während des Ausbildungslehrgangs oder innerhalb eines Jahres nach dessen erfolgreicher Beendigung zusätzlich eine Mediation oder Co-Mediation durch. Diese Arbeit am eigenen Mediationsfall wird von den Ausbilderinnen supervidiert.

Besprochen werden: Indikation, Auftragsklärung, Gestaltung des Mediationsprozesses und eigene Fallstricke. Der Mediationsfall wird nach einem vorgegebenen Leitfaden dokumentiert.

  • Zwischen den Modulen vertiefen Sie in Praxisgruppen die Lerninhalte individuell (ca. fünf mal vier Stunden).
  • Parallel zu den Modulen bzw. im Anschluss arbeiten Sie an eigenen Mediationsfällen, die von den Ausbilderinnen in einem Einzeltermin von 1,5 h supervidiert werden. In der Supervision findet die Reflexion des eigenen Handelns und Vorgehens im Prozess der Mediation sowie des persönlichen Mediationsstils statt.
  • Eine internetbasierte Groupware bietet die Möglichkeit zur Kommunikation, Koordinierung und Kooperation. Während der Ausbildungszeit und zur Unterstützung des anschließenden Transfers werden Materialien zu den Ausbildungsmodulen bereitgestellt.

Module im Überblick

Die hier aufgeführten Ausbildungsmodule entsprechen inhaltlich und zeitlich den Anforderungen der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren. Nach Abschluss der Ausbildung wird eine Bescheinigung gemäß § 2 Abs 6 dieser Verordnung ausgehändigt.

Grundlagen der Mediation

  • Definition und Begriffsklärung der Mediation
  • Abgrenzung zu anderen Konfliktlösungsverfahren
  • Anwendungsfelder
  • Ablauf und Rahmenbedingungen
  • Phasen und Prinzipien
  • persönliche Kompetenz, Haltung und Rollenverständnis
  • Erhöhung der Konfliktkompetenz, Konflikte erkennen und verstehen, Konfliktstile und Eskalationsstufen
  • persönliche Konfliktbiografie

Mediation als Kommunikationsprozess

  • Grundlagen der Kommunikation und Kommunikationstechniken (z.B. Aktives Zuhören, Fragetechniken)
  • Gesprächsführungstechniken in der Mediation und Zuordnen dieser zu den einzelnen Mediationsphasen
  • Analyse von Positionen, Interessen und Bedürfnissen im Verlauf der Mediation
  • Umgang mit schwierigen Situationen (Blockaden, Widerstände, Machtungleichgewichte)
  • Zweiermediation als Rollenspiel

Organisationen & Konflikte

  • Aufbau und Hierarchien von Organisationen
  • Konflikte in Organisationen
  • Verhandlungstechniken und -kompetenz
  • Praktische Übungen der Mediationsphasen unterstützt durch Kreativitäts- und Visualisierungstechniken

Recht in der Mediation

  • Rolle des Rechts in der Mediation
  • Grundlagen des Mediationsrechts
  • Grenzen der Mediation aus rechtlicher Sicht
  • rechtliche Rahmenbedingungen
  • Abgrenzung von zulässiger rechtlicher Information und unzulässiger Rechtsberatung durch Mediator/in
  • Rolle des Mediators in Abgrenzung zum Parteianwalt
  • Inanspruchnahme von rechtlicher Beratung in der Mediation und Mitwirkung externer Berater
  • rechtliche Bedeutung und Durchsetzbarkeit der Abschlussvereinbarung unter Berücksichtigung der Vollstreckbarkeit

Teammediation

  • Besonderheiten der Teammediation
  • Kreativitäts- und Visualisierungstechniken
  • Techniken zur Entwicklung und Bewertung von Lösungen
  • Umgang mit der Führungskraft in der Mediation
  • Vor- und Nachbereitung
  • Auftragsklärung
  • Teammediation von A-Z als Rollenspiel

Mediation in der Praxis

  • eine Zweier- und eine Teammediation von A-Z als Rollenspiel
  • Analyse und Feedback zum Rollenspiel
  • Resümee der bisherigen Ausbildung
  • Planung der individuellen Perspektive als Mediator/in