Inhalte & Lernformen
Im Rahmen des ersten Moduls werden die Teilnehmenden nach einer intensiven Kennenlernphase mit dem Beratungsverständnis und der Philosophie der Ausbildung vertraut gemacht und lernen erste Ansätze und Methoden des Beratungsprozesses kennen.
Insgesamt umfasst das Modul folgende Inhalte:
- Kennenlernen und Formierung der Ausbildungsgruppe
- Ausbildungskontrakt
- Feedback als Lern- und Entwicklungsinstrument
- Sinn und Nutzen von Beratungsprozessen
- Beratungshaltungen
- Arbeit im Reflecting Team
- Individuelle Lern- und Entwicklungsziele
- Bildung von Peergroups
Organisationen sind vielschichtige und widersprüchliche soziale Gebilde. Sie beobachten zu können bzw. die Selbstbeobachtungskompetenz der Organisationsmitglieder zu schärfen, sind wichtige Kompetenzen der Organisationsberatung. Ziel dieses Moduls ist es, Instrumente kennen zu lernen, um die Muster von Organisationen zu erkennen, Zusammenhänge zu sehen und vielversprechende Anknüpfungspunkte für die Entwicklung von Organisationen zu identifizieren. Wir beschäftigen uns mit Organisationsmodellen, Analysemethoden und deren Anwendung auf konkrete Organisationen.
Organisationen sind äußerst stabile soziale Systeme. Sie zielgerichtet zu beeinflussen ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Um die Veränderung von Organisationen wahrscheinlicher zu machen, wird in diesem Modul die Architektur des Beratungsprozesses und dessen spezifisches Design zur Ausgestaltung der Architektur ausführlich behandelt.
Die Bestandteile der Beratungsarchitektur je nach den Prozessphasen werden vertieft und die entsprechenden Kulturtechniken wie Moderation und Projektmanagement geübt. Weiterhin werden erfolgversprechende Settings (Steuerungsgruppen, Resonanzgruppen, Großgruppen) und passende Methoden untersucht.
Die Struktur einer Organisation ist ein wichtiger und sensibler Stellhebel in der Gestaltung von Organisationen. Die Struktur gibt den Mitgliedern ihren Platz in der Organisation und sichert deren Zugehörigkeit. Damit ermöglicht sie Orientierung und Zusammenarbeit.
In diesem Seminar geht es um die bewusste Gestaltung von Elementen der Struktur, wie Funktionen, Rollen, Einheiten, Schnittstellen und Prozessen. Ziel einer Strukturgestaltung ist die Passung der Strukturelemente mit den Zielen der Organisation. Außerdem geht es um die Vor- und Nachteile verschiedener Strukturtypen wie Funktions-, Prozess-, Matrix-, agile oder hybride Organisation. Zentral ist der Prozess der Restrukturierung und die Begleitung des anspruchsvollen Übergangs, da hier meist die Zugehörigkeit der Beteiligten auf dem Spiel steht.
Organisationen entwickeln heißt auch, Teams und Gruppen in neue Gefilde zu begleiten, ob als Berater:in oder als Führungskraft. Im Mittelpunkt des Moduls stehen das Erkennen und Beschreiben von Gruppenprozessen, die Gruppe als System stabiler Kommunikationsmuster und Rollen in Gruppen. Und natürlich geht es um die Ableitung von Interventionen, die den Menschen in Teams und Gruppen helfen, ihren Aufgaben und einander gerecht zu werden.
Organisationsentwicklung ist ohne das Durchleben von Konflikten nicht denkbar. Jeder Veränderungsimpuls basiert auf einer Infragestellung von etwas Bewährtem. Deswegen ist es wichtig, unerschrocken mit unterschiedlichen Perspektiven, Meinungen und Interessen kreativ und selbstverständlich zu agieren. Mitunter verhärten sich aber auch die Positionen und die Situation könnte eskalieren. Um auch in solch anspruchsvollen Situationen zu bestehen, lernen wir in diesem Modul den fachlichen Prozess des Konfliktmanagements und üben entsprechend Techniken, damit der Konflikt in seiner konstruktiven Kraft nutzbar bleibt.
Durch die bewusste Gestaltung von Methodik, Dramaturgie und Setting in Workshops können Berater:innen einen prägenden Einfluss auf die Arbeitsatmosphäre der Gruppe ausüben, damit diese ihre fachlichen Zielstellungen erfüllen kann. In diesem Modul werden entlang des Moderationszyklus` Moderationsmethoden kennengelernt und eingeübt. Außerdem wird anhand eines konkreten Falles die Auftragsklärung und Designentwicklung im Werkstattcharakter umgesetzt, sodass alle Teilnehmenden in der Lage sind, Workshops entlang von konkreten Zielsetzungen der Auftraggebenden zu entwickeln.
Wie Menschen weisen Organisationen als selbstreferenzielle Systeme häufig ein hohes Beharrungsvermögen aus. Veränderungsnotwendigkeiten werden zwar häufig als nachvollziehbar, primär aber eher als Störung erlebt. Im Seminar werden die verschiedenen Phasen im Change und deren spezifische Fragestellungen möglichen Interventionsstrategien und Methoden gegenübergestellt. Themen in diesem Modul sind: Systemstabilität und Veränderungsdynamik, Phasen in „Changeprozessen“ sowie Design und Methoden zur Unterstützung von Veränderungsprozessen und interner Beratung.
Die Teilnehmenden stellen ihre eigenen Beratungsprojekte vor, diskutieren diese in der Ausbildungsgruppe und wenden die erworbenen Kompetenzen auf Fälle an. Zum Abschluss gilt es auch, den persönlichen Lernweg zu reflektieren, zu feiern und Abschied zu nehmen.
Eigenes Beratungsprojekt & Supervision
Während der Ausbildung haben die Teilnehmer:innen die Aufgabe, ein selbständig akquiriertes Projekt in der Organisationsberatung bzw. -entwicklung durchzuführen und zu protokollieren.
Fragestellungen aus dem Projekt können in die Supervision eingebracht und dort bearbeitet werden. Ziel dieses Ausbildungsteils ist der Erwerb eigener praktischer Erfahrungen sowie der Ausbau von reflexiven Beratungskompetenzen und somit die Vorbereitung auf die spätere Praxis.