Das Monster Windows 8 zähmen

Knapp ein Jahr nach der offiziellen Veröffentlichung reagiert der Software-Riese Microsoft mit einem Update auf die Wogen der Empörung, die das Betriebssystem Windows 8 mit seiner Einführung auslöste. Mit dem neuen Erscheinungsbild Windows 8 hat Microsoft zweifelsohne viel gewagt, aber auch im Sinne des Fortschritts mit einigen Traditionen gebrochen. Die Reaktionen darauf waren extrem und es hagelte herbe Kritik. Der bekannte Usability-Guru Jakob Nielsen sprach sogar von einem Monster, das arme Büroarbeiter/innen terrorisiert und ihre Produktivität zerstört.

In einer von artop_Studie_Modernisiersung_vs_Tradition-Windows8 konnte festgestellt werden, dass das Monster Windows 8 leicht gezähmt werden kann. Nötig waren lediglich ein paar verbesserte minimale Instruktionen, die die Aufgaben routinierter Benutzer/innen adressierten. Windows 8 selbst erhielt dann schon bei der Erstnutzung weitaus positivere Bewertungen im Vergleich zu Benutzerinnen/Benutzern, die nur durch die von Microsoft vorgesehene Standardinstruktion eingeführt wurden.

Mit Fokussierung auf die Funktionalitäten des Startmenüs von Windows 7 wurde in einer empirischen Studie an insgesamt 52 Probanden untersucht, in welcher Weise sich verschiedene Varianten einführender Instruktionen auf die Bearbeitung elementarer Aufgaben und auf die Wahrnehmung der Bedienbarkeit von Windows 8 beim Erstkontakt mit dem neuen System auswirken. Die subjektive Bewertung von Windows 8 lässt sich durch kurze einführende Instruktionen, insbesondere hinsichtlich der aufgabenorientierten Instruktion von „Ersatzfunktionen“ signifikant verbessern. Für die wahrgenommene Einfachheit konnte eine verbesserte Bewertung vor allem durch die konzeptorientierte Instruktion „Prinzip Startseite“ erreicht werden.

Minimale Instruktionen bieten also in einer Welt technologischer Veränderungen die Chance, Tradition (durch aufgabenorientierte Instruktion) zu wahren und Modernität (mit Instruktion von Konzepten) zu wagen, ohne die Nutzer/innen unterwegs zu verlieren.

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