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Artikel / Forschung

Grundlagen von Kommunikation und Interaktion

Menschen bringen die meiste Zeit ihres Lebens mit Kommunikation und Interaktion zu, während der Erziehung ebenso wie in Beruf und in der Freizeit. Dies geschieht meist automatisch, denn wir gehen, stehen und fahren ohne viel nachzudenken und scheinbar mühelos benutzen wir meist die Muttersprache um anderen etwas mitzuteilen oder ihnen zuzuhören. Wie geht das?

Und warum gibt es dann doch plötzlich große Probleme bei der Verständigung mit anderen Menschen, oft sogar mit den Kollegen, die wir gut kennen, oder den Partnern, denen wir gerade noch voll vertraut haben. Ganze Berufszweige sind entstanden, um bei der Bewältigung solcher Probleme zu helfen: Trainer sozialer Kompetenzen, Coaches, Personal- und Organisationsentwickler, The-rapeuten, Moderatoren, Mediatoren, Berater etc. Die meisten artop-Ausbildun-gen sind auf diesen Feldern angesiedelt. Doch auch sie haben nur die Mittel von Interaktion und Kommunikation zur Verfügung; wie können sie da wirksam und hilfreich sein?

Um diese und viele verwandte Fragen beantworten zu können, haben wir die Forschung zu den Grundlagen von Interaktion und Kommunikation zusammengetragen und durch eigene Forschung ergänzt, s.u. Interaktion sowie verbale und nonverbale Kommunikation werden durch Gefühle gesteuert und werden wie diese auf drei Dimensionen wahrgenommen und in Handeln umgesetzt.

Die Wahrnehmung aller sozialen Aspekte basiert auf drei Dimensionen:

1. Sympathie: Ist er/sie/es freundlich, sympathisch oder feindselig?
2. Macht: Ist er/sie/es do-minant bzw. stärker oder schwächer?
3. Erregung: Ist er/sie/es erregt, aktiv oder ruhig bzw. passiv?

Diese drei Dimensionen bestimmen in ihren jeweiligen Kombinationen die Wahrnehmung der Gefühle, der nonverbalen und der verbalen Kommunikation, des Verhaltens und der Persönlichkeit. Auf diesen drei Dimensionen, besonders auf den ersten beiden, Macht und Sympathie, baut alles soziales Geschehen auf. Das wird sich bei den spezifischen Themen wie Macht und Einfluss, Teamarbeit, Führung und Konflikthandhabung jeweils zeigen.

Quellenangaben

Scholl, W. (2013, in press). The socio-emotional basis of human interaction and communication. How we construct our social world. Social Science Information, 52 (1)
Schröder, T., Netzel, J., Schermuly, C. C., & Scholl, W. (2012, in press). Culture-constrained affective consistency of interpersonal behavior – A test of affect control theory with nonverbal expres-sions. Social Psychology. (Published online June 22, 201
Schermuly, C.& Scholl, W. (2011). Instrument zur Kodierung von Diskussionen (IKD). Göttingen: Hogrefe
Scholl, W. (2007). Plädoyer für eine sozialere, interdisziplinärere und anwendbarere Sozialpsychologie. Zeitschrift für Sozialpsychologie, 38, 273-284

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